Der Reiseplan
-Mit dem Motorrad unterwegs in Asien-
durch 15 Länder in Richtung Süd-Ost
Schon seit langer Zeit plante ich eine Motorradreise durch den wohl kulturreichsten Kontinent der Erde. Auf keinem Kontinent leben so viele verschiedene Völker wie in Asien. Dort existieren Orte, welche so überbevölkert sind wie nirgends, an anderen Orten herrscht quasi Menschenleere. Armut und Reichtum klaffen unter vielen Bevölkerungsanteilen Asiens weit auseinander. Die Vielseitigkeit der Natur ist ebenso erstaunlich. Aber auch in diesem Bereich finden sich neben unberührter Naturschönheit auch Zerstörung und Ausbeutung. Dies sind nur einige Gründe warum mich Asien so faszinierte und bis heute begeistert. Im Sommer 2009 sollte es nun so weit sein. Ich packte neben meinen sieben Sachen noch ein paar mehr auf mein Motorrad, das zum fahrenden Gepäckberg mutierte und fuhr gen Osten. Das Abenteuer sollte durch 15 Länder führen: Polen, Ukraine, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Iran, Pakistan, Indien, Nepal, Thailand, Kambodscha, Laos, Malaysia und Sumatra.
KarteDer ursprüngliche Plan durch Belarus zu fahren scheiterte, weil derzeit lediglich ein Transit-Visum mit 2 Tagen zu bekommen war, zu wenig, um das Land kennenzulernen. Mein bereits genehmigtes Visum für Russland konnte ich nicht nutzen, da ein Grenzübertritt von Russland nach Georgien nur in die Provinz Abchasien möglich war. Die das Gebiet besetzenden Russen hätten ein Weiterfahren vielleicht genehmigt, für die Georgier hingegen hätte ich jedoch den Status illegal eigereist erfüllt. Daher wäre ich höchstwahrscheinlich verhaftet worden und eine Weiterreise durch Armenien oder Aserbeidschan wäre unmöglich. So wählte ich die sicherlich interessante Route ab und fuhr durch die Ukraine nach Moldawien und weiter auf der linken Seite des Mare Negro oder Schwarzen Meeres durch Rumänien und Bulgarien in die Türkei. Auch andere Routen schlossen sich nach und nach aus. So war es nicht möglich von Indien durch Myanmar nach Thailand zu gelangen und ebenso fand ich, trotz aufwendiger Recherche, keinen Weg günstig und auf eigene Faust durch China zu gelangen, um über Russland, Mongolei und Kasachstan wieder in Richtung Heimat zu tuckern. Also habe ich mir vorgenommen dies irgendwann nachzuholen. Für den Transport des Motorrades von Indien bzw. Nepal nach Thailand zumindest, fand ich glücklicher Weise eine andere Möglichkeit, Genaueres steht dazu im Tagebuch.
Zwar empfand ich die tiefgreifenden Routenänderungen anfänglich als einen großen Verlust, im Verlauf der Reise stellte ich jedoch zwei wesentliche Dinge fest: 1. Es wäre in meinem zeitlichen Rahmen überhaupt nicht möglich gewesen diese Länder auch noch in würdiger Weise zu bereisen und 2. die Eindrücke meiner neuen Route waren auch so in hohem Maße unglaublich, faszinierend, lehrreich, aber auch anstrengend. Vielleicht ist es im Leben einfach häufig so, dass man sich mehr vornimmt als man schaffen kann und dennoch ist dann das Erlebte oft mehr als man sich erwartete und erhoffte.
Lange, zu lange, hat es gedauert bis ich hier wieder angekommen bin, – Nicht physisch, meine Gedanken. Es scheint ein Teil von mir ist immer noch unterwegs, irgendwo da draußen auf unser Welt in anderen Welten. Stark ist das Erleben quasi als Weltenbummler, der die verschiedensten Welten unser Welt ansehen darf und gleichzeitig Zeitreisender, wenn einem nicht nur durch unterschiedliche Jahreszahlangaben der verschiedenen Länder eine Zeitreise gelingt, sondern auch aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungsstände der jeweiligen Länder man sich fühlt wie in einem anderen Jahrhundert oder gar Jahrtausend.
Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Abenteuer erleben durfte und kann nur ermutigen nimm Dir nicht so viel vor, tu es! Wenn du den Entschluss gefasst hast, plane gut, jedoch mit dem Wissen, das Schicksal der beste Pläne ist es verworfen zu werden und im entscheidenden Moment tut sich wie von Zauberhand ein neuer Weg, ein neuer Plan auf. Und wenn Du glaubst es geht nicht weiter, – oh doch, fast immer (vor dem Ende ist nix zu Ende). Also…
Lange lagen sie da und warteten:
Als ich Mitte Mai 2010 nach meiner Reise wieder in Deutschland angekommen war, hatten mich die Aufgaben des hiesigen Alltags schnell wieder eingeholt. Zügig musste eine neue Wohnung gefunden werden (was in Jena echt ein Krampf ist). Auch spannte mich der neue Job ordentlich ein. Sodass ich kaum Zeit hatte, weder innerlich wieder anzukommen, noch mich um meine vielen Aufnahmen und meine Homepage zu kümmern, die ich unterwegs gestalten wollte. Das Schreiben der Tagebucheinträge von Unterwegs gestaltete sich aufgrund von zu seltenen, langsamen, virenverseuchten PCs oder Internetzugängen bzw. gesperrten Funktionen schwierig. Nun endlich bin ich dabei meine Dias, und Filme zu sichten und mein Internettagebuch zu füllen. Schon seltsam wie mich die Reise erneut in ihrem Bann zieht.
Ich wünsche beim Stöbern, Lesen und Anschauen viel Freude und Interesse!
Dirk Anders