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Reisebeschreibung: Schwarzmeertour 2006

Im Jahr 2011 war ich wieder mit dem Fahrrad unterwegs und zwar von hier bis in die ungarische Pusta und dann nach Budapest. Eine Beschreibung dieser Tour folgt demnächst.

von Budapest bis Schwarzes Meer im Jahr 2006

Eine atemberaubende Reise mit dem Fahrrad entlang der Donau, dem zweitlängsten Fluss Europas, durch fünf Länder: Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und Bulgarien. Nach dem Donaudelta folgen wir der rumänischen Schwarzmeerküste in Richtung Constanta und anschließend der bulgarischen Schwarzmeerküste nach Varna und Burgas, kurz vor der Grenze zur Türkei.

Wir beginnen diese Tour in der ebenso romantischen wie hektischen westeuropäisch geprägten Hauptstadt Ungarns, Budapest. Der Weg führt uns anschließend und nicht zum letzten Mal, durch ursprüngliche, typische und touristisch kaum erschlossene Landstriche. Kurz nach der Überquerung der Grenze zu Kroatien stockt der Atem. Nicht weit von Deutschland fahren wir durch ehemalige Krisengebiete, in denen wohl fast jedes der stehen gebliebenen Häuser, als stummer Zeuge seine Schusswunden präsentiert. Mit einem Kloß im Hals rollen wir auf Schlaglochpisten an Skeletten von Geisterfabriken vorbei, die wahrscheinlich nie wieder ihren Produktionsbetrieb aufnehmen werden. Hinter den durchlöcherten Toren der Häuser arrangieren sich die Menschen der Dörfer mit ihrem persönlichen Schicksal infolge der Kriegshandlungen. Zwischen den nicht selten trüb hinein schauenden, nun mit Besen bewaffneten "Straßenbewachern", der hiesigen Bevölkerung Vukovars und seiner Vororte, belagern jedoch nicht nur ausgediente Panzer und Trümmer die Ortszentren, sondern ab und zu auch lachende Menschenmassen. Sie springen in Trachten gehüllt, vergnügt im Kreis tanzend durch die Straßen und zelebrieren eine Hochzeit. Die Zeit heilt möglicherweise die Wunden und schafft Hoffnung für eine bessere Zukunft. Vukovar wird, vielleicht nicht ohne Grund, mit dem Phönix, der aus der Asche zu neuem leben erwacht, verglichen. Die Gedanken an diese Eindrücke lassen uns, nicht zuletzt wegen der Minenwarnschilder, bis Novisad und Belgrad kaum mehr los.

Die äußerst netten und hilfsbereiten Menschen sowie die bezaubernde Natur beeindrucken uns hingegen auf eine viel angenehmere Art & Weise. Von der Donau geprägte Flußauen, Deiche, undurchdringbare Sümpfe, bizarre Karpatenlandschaften, Wanderwüsten und das riesige Donaudelta sowie die Steilwände der bulgarischen Schwarzmeerküste dokumentieren einzigartige und vielseitige Natureindrücke.

Die Reise berichtet von den Extremen des eher mitteleuropäischen Flairs der Städte und den manchmal mittelalterlichen Zuständen bei Teilen der Landbevölkerung. Unübersehbar sind einerseits die vielen oft existenziellen Probleme der verschiedenen Menschengruppen. Korruption, mangelnde medizinische Versorgung, finanzielle Nöte, Müll, und Diskriminierung sind nur einige Beispiele. Andererseits ergreift uns die Gastfreundlichkeit, Zufriedenheit und Bescheidenheit der Einwohner, wie sie trotz ihrer Sorgen, tanzen und lachen können. Kurz gesagt: welche enorme Lebensqualität, Lebensfreude und Glückseeligkeit sie ohne Reichtum erzielen und genießen.